Die weltweite Softwareentwickler-Community wächst weiter, wobei Millionen von Entwicklern zu den unterschiedlichsten Projekten und Innovationen beitragen. Daher ist die Wahl zwischen GitHub und GitLab für Software-Entwicklungsteams wichtiger denn je.
Beide Plattformen bieten solide Kollaborationswerkzeuge, Versionskontrolle und Projektmanagement-Funktionen. Da liegt die Frage nahe: Macht die Wahl überhaupt einen Unterschied? Kurze Antwort: Ja. Aber was wirklich zählt, ist das Warum.
Diese Plattformen ähneln sich, richten sich aber an unterschiedliche Anforderungen und Nutzergruppen. Wir vergleichen hier Features, Preismodelle und typische Einsatzszenarien für jede Plattform. Genau das, wonach du gesucht hast? Dann legen wir los.
Eine Geschichte von GitHub und GitLab
Ein Blick auf die Entwicklung dieser beiden Plattformen zeigt, wo sie heute stehen.
GitHub wurde 2008 gegründet und etablierte sich schnell als führende Plattform für Open-Source-Projekte. Die übersichtliche Oberfläche ermöglichte Entwicklern, Code einfacher zu teilen und gemeinsam daran zu arbeiten. Konkurrenz gab es kaum. Mit Pull Requests und Forks prägte GitHub die Art und Weise, wie Teams heute zusammenarbeiten. 2018 übernahm Microsoft GitHub und verankerte die Plattform damit fest in der Unternehmenswelt. In den letzten Jahren hat GitHub Copilot eingeführt: ein AI-Tool, das beim Schreiben von Code Vorschläge macht und den Entwicklungsprozess damit deutlich beschleunigt.
Dann kam GitLab. Gegründet 2011 als Open-Source-Alternative, bot GitLab anfangs eine selbst gehostete Plattform für Git-Repositories. Mit der Zeit wuchs es zu einer vollständigen DevOps-Plattform heran – mit CI/CD, Sicherheitsfunktionen und Projektmanagement-Tools. Damit wurde es zur zentralen Anlaufstelle: ein einziges Tool, das den gesamten Entwicklungszyklus abdeckt. Anders als GitHub bietet GitLab zudem sowohl eine SaaS-Option als auch eine kostenlose Self-Hosting-Option.
Was ist der Unterschied zwischen GitHub und GitLab?
Um Git, GitHub und GitLab richtig einordnen zu können, lohnt sich ein Blick darauf, welche Rolle jedes Tool im Entwicklungsalltag spielt: Git ist das zugrundeliegende Versionskontrollsystem. GitHub und GitLab bauen darauf auf und erweitern es um zusätzliche Funktionen und Integrationen.
Um den Unterschied zwischen GitHub und GitLab zu verstehen, lohnt sich ein genauerer Blick auf die jeweiligen Funktionen und den Entwicklungsansatz der beiden Plattformen.
Beide Plattformen bieten die nötigen Git-Repository-Verwaltungs- und Kollaborationsfunktionen, aber GitHub ist stärker community-orientiert. Was bedeutet das konkret? Die Plattform legt den Schwerpunkt auf Open-Source-Projekte und Zusammenarbeit und lebt von ihrer großen Nutzerbasis. Wer Code teilen, zu öffentlichen Projekten beitragen oder auf eine breite Auswahl an Drittanbieter-Tools zugreifen möchte, ist mit GitHub gut beraten.
GitLab hingegen bietet eine vollständige DevOps-Plattform, die weit über einfache Versionsverwaltung hinausgeht. Mit integrierten CI/CD-Pipelines, Sicherheitsfunktionen und Projektmanagement ist GitLab die bessere Wahl für Teams, die ihren gesamten Entwicklungsprozess in einer einzigen Lösung abbilden wollen.
Ob Self-Hosting oder cloudbasiertes Deployment – die DevOps-Tools von GitLab machen es zur bevorzugten Wahl für Unternehmen, die eine All-in-one-Lösung benötigen. Die DevOps-Praktiken werden immer häufiger eingesetzt, wobei die meisten Unternehmen den Nutzen für effiziente Softwareentwicklung und den Betrieb anerkennen.
Feature-Vergleich: GitHub vs. GitLab
Beide Plattformen bieten grundlegende Funktionen für die Entwicklung, verfolgen dabei aber unterschiedliche Ansätze, die verschiedenen Teams entgegenkommen.
| Funktion | GitHub | GitLab |
| Repository-Verwaltung | Übersichtliche Oberfläche, ideal für Open-Source-Projekte, Pull Requests, Forking | Erweiterte Kontrolle, Self-Hosting-Option, differenziertere Berechtigungen |
| CI/CD-Unterstützung | GitHub Actions, Drittanbieter-Integrationen erforderlich | Integriertes CI/CD, direkt in die Plattform eingebunden |
| Projektmanagement | Grundlegende Werkzeuge (Issues, Milestones), auf Drittanbieter-Tools angewiesen | Native Projektmanagement-Funktionen (Zeiterfassung, Burndown-Charts, Issue-Abhängigkeiten) |
| Sicherheit | Dependabot, CodeQL, Drittanbieter-Integrationen | Integriertes DevSecOps, Sicherheitsfunktionen in CI/CD-Pipelines (z. B. Schwachstellen-Scanning) |
| Hosting-Optionen | SaaS (nur cloud-basiert), kostenpflichtige Pläne für private Repositories | SaaS & Self-Hosting (Community Edition kostenlos) |
Repository-Verwaltung und Versionskontrolle
Die Verwaltung von Git-Repositories steht bei GitHub und GitLab gleichermaßen im Mittelpunkt. Aber die Unterschiede sind das Entscheidende:
GitHub ist die erste Adresse für Open-Source-Projekte. Die Plattform stellt Zusammenarbeit konsequent in den Vordergrund und hat Funktionen wie Forking und Pull Requests geprägt, die heute zum Standard in Git-basierten Projekten gehören. Wichtig zu wissen: Private Repositories sind bei GitHub kostenpflichtig.
GitLab hingegen ist bekannt dafür, mehr Kontrolle über das Self-Hosting von Repositories zu bieten. Wer eine kostenlose Self-Hosted-Lösung sucht, wird mit der Community Edition fündig - ganz ohne Hosting-Kosten. Die SaaS-Angebote von GitLab unterstützen sowohl private als auch öffentliche Repositories und kommen mit erweiterten Berechtigungen sowie integriertem Zugriffsmanagement.
Continuous Integration und Continuous Delivery (CI/CD)
Beim Thema CI/CD-Pipelines hat GitLab die Nase vorn. Dank nativer CI/CD-Unterstützung sind Entwickler nicht auf externe Integrationen angewiesen. Die CI/CD-Funktion ist direkt mit der Repository-Verwaltung verzahnt - automatisiertes Testen, Deployment und Delivery laufen in einem einzigen Workflow. Das macht GitLab besonders attraktiv für DevOps-Teams, die alles aus einer Hand wollen.
GitHub hat mit GitHub Actions eine eigene Lösung zur Workflow-Automatisierung eingeführt. Für vollständiges CI/CD ist man jedoch weiterhin auf Drittanbieter-Tools angewiesen. Wer bereits mit dem GitHub-Ökosystem vertraut ist, profitiert von der hohen Flexibilität und Anpassbarkeit der Actions. Der Einrichtungsaufwand ist allerdings in der Regel höher als bei der sofort einsatzbereiten Lösung von GitLab.
Interessant zu wissen: Der DevOps-Markt soll deutlich wachsen, von geschätzten 10,4 Milliarden Dollar im Jahr 2023 auf 25,5 Milliarden Dollar im Jahr 2028. Das zeigt, wie wichtig integrierte Entwicklungs- und Betriebsplattformen geworden sind.
Projektmanagement-Funktionen
Sowohl GitHub als auch GitLab bieten Werkzeuge zur Projektverwaltung, unterscheiden sich jedoch in der Art ihrer Umsetzung.
GitLab enthält native Projektmanagement-Funktionen wie Zeiterfassung, Issue-Abhängigkeiten und Burndown-Charts. Das macht es zu einer attraktiven Wahl für größere Teams oder Projekte mit komplexeren Anforderungen. Teams können Aufgaben verwalten, Fortschritte verfolgen und Analysen ihrer Entwicklungs-Pipelines direkt in der Plattform einsehen.
Die Projektmanagement-Funktionen von GitHub sind etwas grundlegender. Entwickler können Aufgaben organisieren und an Projektzielen zusammenarbeiten – etwa mit GitHub Issues und Meilensteinen. Für anspruchsvolleres Projektmanagement ist GitHub jedoch stark auf Drittanbieter-Integrationen angewiesen. Der GitHub Marketplace bietet zahlreiche Projektmanagement-Tools wie Jira, Trello und Linear. So können Sie und Ihr Team den Workflow nach eigenen Bedürfnissen gestalten.
Preise: GitHub vs. GitLab
Angesichts der vielen Gemeinsamkeiten zwischen GitHub und GitLab könnte der Preis das entscheidende Kriterium sein. Beide Plattformen bieten kostenlose Pläne an, die sich aber im Funktionsumfang unterscheiden.
GitHub Preise
GitHub bietet einen kostenlosen Plan mit privaten Repositories. Für erweiterte Funktionen ist jedoch ein kostenpflichtiger Plan erforderlich. GitHub Team beginnt bei 4 $ pro Nutzer und Monat, GitHub Enterprise ab 21 $ monatlich. Der Enterprise-Plan umfasst besseren Support, verbesserte Sicherheitsfunktionen und mehr Kontrolle über Repositories.
GitLab Preise
GitLab bietet einen kostenlosen Plan – sowohl für Self-Hosting als auch für SaaS-Hosting. Der Premium-Plan beginnt bei 29 $ pro Nutzer und Monat, der Ultimate-Plan soll bei 99 $ pro Nutzer und Monat liegen. Für genaue Preise empfiehlt sich jedoch eine direkte Anfrage beim Vertrieb. Der Premium-Plan gibt Zugang zu Funktionen wie Projektmanagement-Tools, CI/CD-Unterstützung und verbesserter Sicherheit. GitLab ist besonders attraktiv für Teams, die eine DevOps-Plattform suchen, die CI/CD, Sicherheit und Projektmanagement in einem Paket vereint. Der Mehrwert zeigt sich vor allem dann, wenn Ihr Team auf All-in-one-Funktionen setzt.
Sicherheitsfunktionen: GitHub vs. GitLab
Sicherheit hat für Entwickler hohe Priorität. Sowohl GitHub als auch GitLab nehmen das ernst, verfolgen dabei aber unterschiedliche Ansätze.
GitLab setzt auf einen DevSecOps-Ansatz und integriert Sicherheit direkt in die CI/CD-Pipeline. Das ist bemerkenswert, weil es Ihnen ermöglicht, Sicherheit in jedem Schritt zu berücksichtigen – vom Code-Testing bis zum Deployment. Mit Funktionen wie Schwachstellen-Scanning stellt GitLab sicher, dass Ihr Code sicher ist, bevor er in die Produktion geht.
GitHub bietet ebenfalls starke Sicherheitsfunktionen wie Dependabot und CodeQL. Wenn Ihr Code Schwachstellen enthält, hilft GitHub dabei, diese zu identifizieren und schlägt sogar Korrekturen vor. Allerdings erfordert die Einbindung von Drittanbieter-Sicherheitstools mehr Konfigurationsaufwand, da GitHub keine nativen Integrationen wie GitLab mitbringt.
Anwendungsfälle: Welche Plattform passt zu Ihnen?
Jedes Team hat andere Anforderungen, und jedes Projekt stellt eigene Ansprüche. Es lohnt sich daher, beide Plattformen in konkreten Szenarien zu vergleichen. Im Folgenden gehen wir verschiedene Situationen durch und zeigen, welche Plattform für welchen Anwendungsfall besser geeignet ist. Überfliegen Sie die Abschnitte und bleiben Sie dort, wo Ihre Situation beschrieben wird.
Open-Source-Projekte
Bei Open-Source-Projekten ist GitHub seit Langem die erste Wahl. Die Plattform beherbergt Millionen öffentlicher Repositories. Es überrascht daher kaum, dass sie die beliebteste Plattform für Open-Source-Entwicklungist. Mit Funktionen wie Pull Requests und Forking macht GitHub die Zusammenarbeit an Open-Source-Code unkompliziert.
GitLab ist jedoch eine ausgezeichnete Option, wenn Ihr Team eine Self-Hosting-Lösung bevorzugt oder erweiterte Funktionen für DevOps-Workflows benötigt. Die Open-Source-Edition von GitLab lässt sich auf eigenen Servern betreiben und gibt Ihnen so mehr Kontrolle über Code und Infrastruktur.
Entwicklerzentrierte Projekte
Für einzelne Entwickler oder kleinere Teams sind sowohl GitHub als auch GitLab starke Optionen. Die richtige Wahl hängt dabei vor allem von der Art Ihrer Projekte ab.
GitHub ist nach wie vor die bevorzugte Plattform für Entwickler, die an persönlichen Projekten arbeiten oder an Open-Source-Code mitwirken. Die intuitive Oberfläche und die große Community machen es zur ersten Anlaufstelle für alle, die im Open-Source-Ökosystem aktiv sind. Ein privates Repository einzurichten oder zu öffentlichen Projekten anderer beizutragen geht schnell, und das Pull-Request-System erleichtert die Zusammenarbeit spürbar.
Wer hingegen mehr als nur ein Versionskontrollsystem sucht und eine All-in-one-Plattform für CI/CD-Pipelines benötigt, ist mit GitLab besser bedient. Entwickler, die integriertes Projektmanagement und vollständige DevOps-Workflows benötigen, profitieren vom umfangreicheren Funktionsumfang von GitLab. Arbeiten Sie beispielsweise in einem kleinen Team und möchten Testing und Deployment automatisieren, bietet GitLab eine vollständig integrierte Lösung – mit deutlich weniger Bedarf an Drittanbieter-Tools als GitHub.
Große Open-Source-Projekte
Bei der Verwaltung großer Open-Source-Projekte ist GitHub die erste Wahl. Mit einer riesigen Nutzerbasis und Beiträgen von tausenden Entwicklern weltweit ist GitHub das zentrale Zuhause für Open-Source-Software. Projekte wie Linux, React und TensorFlow sind alle auf GitHub zu finden. Wer zu einem großen Open-Source-Projekt beitragen oder es verwalten möchte, profitiert vom Fork- und Pull-Request-System von GitHub, das die Zusammenarbeit deutlich vereinfacht.
Dennoch behauptet sich GitLab bei Open-Source-Projekten mit komplexen Workflows. Für Teams, die an größeren Projekten mit mehreren Phasen, automatisierten Deployments oder anspruchsvollen Sicherheitsanforderungen arbeiten, bieten die integrierten CI/CD-Pipelines und Sicherheitsfunktionen von GitLab klare Vorteile. Die Self-Hosting-Option von GitLab gibt zudem volle Kontrolle über die eigene Infrastruktur und erlaubt es, die Umgebung genau auf die Anforderungen des Projekts zuzuschneiden.
Bildung und Lernprojekte
Für Bildungszwecke ist GitHub im Vergleich zu GitLab in der Regel die bessere Wahl. Die benutzerfreundliche Oberfläche, die Fülle an Ressourcen und die umfangreiche Dokumentation machen es zum idealen Einstieg für alle, die Versionskontrolle und kollaborative Softwareentwicklung erlernen möchten. Viele Bildungseinrichtungen empfehlen GitHub als Teil ihres Lehrplans, damit Studierende frühzeitig mit der Verwaltung von Git-Repositories in der Praxis vertraut werden.
Wer Studierende hingegen an DevOps-Workflows heranführen oder ihnen integrierte CI/CD-Pipelines näherbringen möchte, ist mit GitLab gut beraten. Es ermöglicht den praktischen Umgang mit Continuous Integration, Deployment und Monitoring, was für alle wertvoll ist, die moderne Softwareentwicklungspraktiken kennenlernen wollen.
GitLab vs. Git: Was steckt dahinter?
Der Vergleich von GitLab und Git lässt sich auf einen einfachen Punkt bringen: Git ist das Versionskontrollsystem, während GitLab darauf aufbaut und zusätzliche Funktionen für die gesamte Entwicklungspipeline liefert. Git bietet die Kernfunktionen zum Verfolgen von Code-Änderungen, Branching und Merging. GitLab erweitert diese Grundlage um integrierte Werkzeuge für Testing, Deployment und Projektmanagement.
GitLab und Git ergänzen sich gut, aber die zusätzlichen Funktionen von GitLab machen es zur bevorzugten Wahl für Teams, die eine vollständige DevOps-Plattform benötigen. Wer bereits Git nutzt, kann dabei bleiben, aber GitLab verbessert den Workflow durch CI/CD-Pipelines, Sicherheitsfunktionen und Projektmanagement-Tools in einer einzigen Plattform.
Cloudzy: Hosting für GitHub- und GitLab-Projekte
Für Teams, die GitHub oder GitLab zur Projektverwaltung nutzen, bietet Cloudzy die passende Hosting-Lösung. Ob Linux VPS Hosting oder Windows VPS Hosting: Cloudzy stellt sicher, dass Ihre Repositories auf leistungsstarken, sicheren Servern betrieben werden. Mit Cloudzy profitieren Sie von geringer Latenz, garantierter Verfügbarkeit und flexiblen Lösungen, die mit Ihrem Team wachsen.
Mit den flexiblen Hosting-Plänen von Cloudzy kann Ihr Team auf eine zuverlässige Infrastruktur setzen, um CI/CD-Pipelines zu betreiben, GitHub- oder GitLab-Repositories zu hosten und effizient am Code zusammenzuarbeiten. Ob Open-Source-Projekt oder Unternehmensanwendung: Cloudzy liefert die nötige Grundlage, damit Ihr Workflow reibungslos läuft.
Fazit
GitHub und GitLab decken unterschiedliche Anforderungen ab. GitHub eignet sich hervorragend für Open-Source-Projekte und kleinere Teams, bei denen Zusammenarbeit im Vordergrund steht. Die große Community und die vielen Drittanbieter-Integrationen erleichtern den Einstieg.
GitLab hingegen richtet sich an Teams, die eine All-in-one-Plattform suchen. Es vereint DevOps-Tools, CI/CD-Pipelines, Sicherheitsfunktionen und Projektmanagement und reduziert so den Bedarf an externen Diensten.
Wer Flexibilität und externe Tools bevorzugt, ist mit GitHub gut aufgestellt. Wer den gesamten Entwicklungsprozess auf einer einzigen Plattform abbilden möchte, greift besser zu GitLab.