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Server & Betriebssysteme

TrueNAS vs. Unraid vs. Proxmox: Ein technischer Vergleich von NAS-Betriebssystemen

Ada Lovegood By Ada Lovegood 20 Min. Lesezeit Aktualisiert am 20. Feb. 2025
Unraid vs. TrueNAS im Vergleich

Wer eine Storage-Lösung sucht, weiß, wie schnell man angesichts der vielen verfügbaren Optionen den Überblick verliert. Ob Sie ein Heimlabor, einen Server für ein kleines Unternehmen oder eine komplexe Virtualisierungsumgebung aufbauen: Die richtigen Informationen helfen Ihnen, die passende Wahl zu treffen. In diesem Beitrag vergleichen wir drei leistungsstarke Tools aus den Bereichen Storage und Virtualisierung: TrueNAS, Unraid, und Proxmox. Ein technischer Überblick über die Funktionen und Möglichkeiten dieser Tools hilft Ihnen bei Ihrer Entscheidung. Dafür müssen wir zunächst verstehen, was ein NAS OS ist und wie es mit diesen Tools zusammenhängt. Nach diesem Vergleich wissen Sie, ob TrueNAS, Unraid oder Proxmox am besten zu Ihrem Setup passt, und warum es wichtig ist, die Unterschiede zwischen ihnen zu kennen.

Was ist ein NAS-Betriebssystem?

Bevor wir diese Frage beantworten, schauen wir uns zunächst an, was ein NAS-Gerät (Network-Attached Storage) überhaupt ist. Ein NAS-Gerät ist im Kern ein dedizierter Speicherserver, der mit einem Netzwerk verbunden ist und mehreren Nutzern und Geräten ermöglicht, von einem zentralen Ort aus auf Dateien zuzugreifen und diese gemeinsam zu nutzen. Das NAS-Betriebssystem ist die Software, die auf dem NAS-Gerät läuft und diesen virtuellen Speicher erst möglich macht. Das NAS-OS verwaltet im Grunde alles auf dem Speichergerät: vom Speicher selbst über Zugriffsrechte und Dateifreigaben bis hin zu zusätzlichen Funktionen wie Media-Streaming oder Datensicherungen.

Schauen wir uns an, welche Funktionen ein NAS-OS mitbringen sollte:

  • Dateisystemverwaltung:
    Diese Funktion bestimmt, wie das System Ihre Daten auf den Laufwerken organisiert und verwaltet. Gängige NAS-Betriebssysteme setzen dabei auf fortschrittliche Dateisysteme wie ZFS, Btrfs oder EXT4. ZFS ist ein Dateisystem mit starken Datenschutzfunktionen wie automatischer Fehlerkorrektur. Es ist zudem sehr leistungsfähig und verarbeitet auch große Datenmengen problemlos. Dieses Dateisystem kommt vor allem in Unternehmensumgebungen zum Einsatz. Btrfs bietet integrierte Funktionen wie Snapshots und Datenkomprimierung. Mit Snapshots lassen sich schnelle Backups Ihrer Daten zu bestimmten Zeitpunkten erstellen, sodass Sie Daten bei Bedarf wiederherstellen können. Die Datenkomprimierung in Btrfs reduziert den benötigten Speicherplatz Ihrer Dateien. Und schließlich gibt es noch EXT4 als Dateisystem, das häufig in Linux-Systemen verwendet wird und sich gut für allgemeine Speicheraufgaben eignet. Behalten Sie diese Dateisysteme im Hinterkopf, denn wir kommen bei der Erläuterung der einzelnen Tools darauf zurück.
  • RAID-Unterstützung:
    Ein weiteres wichtiges Feature, das die meisten NAS-OS-Plattformen bieten, ist RAID-Unterstützung. RAID steht für Redundantes Feld unabhängiger Festplattenund legt fest, wie mehrere Festplatten so zusammenarbeiten, dass sie als eine einzige Einheit erscheinen. Das Grundprinzip von RAID ist es, entweder die Leistung Ihres Speichersystems, die Sicherheit Ihrer Daten oder beides zu verbessern. RAID-Konfigurationen verteilen Ihre Daten auf mehrere Laufwerke. Wenn ein Laufwerk ausfällt, gehen Ihre Daten nicht verloren, weil ein anderes Laufwerk dieselben Daten enthält. Das ist besonders wichtig, wenn Sie mit kritischen Dateien arbeiten, die Sie sich nicht leisten können zu verlieren. Einige RAID-Konfigurationen verteilen Daten außerdem auf mehrere Laufwerke, um Lese- und Schreibvorgänge zu beschleunigen. Das zahlt sich aus, wenn Sie mit großen Dateien arbeiten oder schnellen Zugriff auf Ihre Daten benötigen.
  • Netzwerkprotokoll-Unterstützung:
    NAS-Betriebssysteme unterstützen verschiedene Netzwerkprotokolle wie NFS, SMB/CIFS, FTP (File Transfer Protocol) und weitere. Diese Vielfalt gewährleistet die Kompatibilität mit unterschiedlichen Geräten und Betriebssystemen. Eine ausführliche Erläuterung der Netzwerkprotokolle würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem anderen Blogbeitrag zu diesem Thema. NFS vs. SMB.

Die Einsatzmöglichkeiten eines NAS-OS liegen auf der Hand. Sie können ein NAS-OS für zentrale Dateispeicherung und -freigabe, automatische Datensicherungen, Media-Streaming auf Geräte, Virtualisierung und Containerisierung zum Betrieb virtueller Maschinen sowie private Cloud-Lösungen für den Fernzugriff auf Dateien nutzen. Für all diese Anwendungsfälle profitieren Heimanwender, kleine Unternehmen und Großbetriebe gleichermaßen von einem NAS-OS als effiziente Speicherlösung.

TrueNAS verstehen

Beginnen wir unseren Unraid gegen TrueNAS Leitfaden damit, was TrueNAS ist. TrueNAS ist eine Open-Source-Speicherlösung für den professionellen Einsatz, die von iXsystems entwickelt wird. Sie ist darauf ausgelegt, Standard-Hardware in ein leistungsfähiges und sicheres Network-Attached-Storage-System (NAS) zu verwandeln. TrueNAS ist in zwei Hauptversionen erhältlich: TrueNAS CORE und TrueNAS SCALE. TrueNAS CORE bietet klassische NAS-Funktionen wie Dateifreigabe, Datenschutz und Backup-Verwaltung. Es basiert auf FreeBSD und verwendet das ZFS-Dateisystem. TrueNAS SCALE hingegen setzt auf Linux und erweitert TrueNAS CORE um Funktionen wie Containerisierung und horizontale Speicherskalierung. Das macht es für größere und komplexere Umgebungen geeignet. Beide TrueNAS-Versionen sind kostenlos, und ihr Quellcode ist für alle Nutzer zugänglich.

TrueNAS beschränkt sich nicht auf reine Datenspeicherung, sondern unterstützt auch Virtualisierung, insbesondere in der SCALE-Version. Mit TrueNAS SCALE können Sie virtuelle Maschinen und Container direkt auf Ihrem NAS betreiben. TrueNAS bietet integrierte Unterstützung für KVM (Kernel-based Virtual Machine) für VMs und Docker für Container. Das bedeutet: Sie können Anwendungen bereitstellen, Software testen oder verschiedene Betriebssysteme ausführen, ohne zusätzliche Hardware zu benötigen. Die Virtualisierungsfunktionen von TrueNAS SCALE sind ideal für Nutzer, die mehr als nur Speicher benötigen, etwa Entwickler, IT-Fachleute oder Unternehmen, die Mehrzwecksysteme brauchen. Auf diese Anwendungsfälle gehen wir in den folgenden Abschnitten genauer ein.

Wie TrueNAS funktioniert

Wie bereits erwähnt, arbeitet TrueNAS mit dem ZFS-Dateisystem. ZFS gewährleistet durchgängige Datenintegrität durch Checksummen, die Datenbeschädigungen automatisch erkennen und beheben. TrueNAS nutzt ZFS zur Verwaltung von Speicherpools, den sogenannten Zpools. Zpools fassen mehrere physische Festplatten zu einer einzigen logischen Speichereinheit zusammen. ZFS erweitert TrueNAS außerdem um weitere Speicherverwaltungsfunktionen wie Thin Provisioning, Deduplizierung und Snapshots.

TrueNAS gliedert den Speicher in Datensätze (Datasets), die sich mit bestimmten Eigenschaften wie Komprimierung, Verschlüsselung und Zugriffssteuerung konfigurieren lassen. Diese Datensätze können dann in Volumes für Block-Storage aufgeteilt oder über Netzwerkprotokolle wie NFS oder SMB freigegeben werden. TrueNAS unterstützt außerdem RAID-Konfigurationen über ZFS, um verschiedene Stufen der Datenredundanz und Leistungsoptimierung zu bieten.

Abschließend ein Blick darauf, wie TrueNAS die Netzwerkkonfiguration handhabt. TrueNAS bietet eine übersichtliche Oberfläche zur Konfiguration mehrerer Netzwerkschnittstellen, VLANs und Link-Aggregation. Darüber hinaus lässt sich TrueNAS in Verzeichnisdienste wie LDAP und Active Directory einbinden, was in Unternehmensumgebungen eine einheitliche Authentifizierung und Zugriffssteuerung ermöglicht.

ZFS, fortschrittliche Netzwerkfunktionen und umfangreiche Verwaltungstools machen TrueNAS zur zuverlässigen Wahl für NAS-Deployments, ob klein oder großflächig.

Einsatzbereiche für TrueNAS: Für wen eignet es sich?

TrueNAS ist eine ausgezeichnete Wahl für Umgebungen, die zuverlässige Speicherlösungen und eine Virtualisierungsplattform benötigen. Große Unternehmen sind ein typisches Beispiel für den sinnvollen Einsatz von TrueNAS. In einem solchen Umfeld können Sie mehrere veraltete Dateiserver ablösen und kritische Daten zentral verwalten. Die Integration mit Active Directory vereinfacht den Betrieb zusätzlich, da sich SMB- und NFS-Freigaben damit direkt verwalten lassen.

Die Virtualisierungsfunktionen von TrueNAS erweitern seine Einsatzmöglichkeiten erheblich. Stell dir eine Umgebung wie ein Videoüberwachungssystem vor, das stabilen Hochkapazitätsspeicher benötigt. In einem solchen Szenario kannst du TrueNAS einsetzen, um Storage-Arrays mit über 150 TB für die Videoüberwachung zu betreiben und gleichzeitig die Überwachungssysteme als VMs auf demselben Node laufen zu lassen. Das ist ein reales Beispiel aus der Praxis, das von TrueNAS-Nutzern berichtet wurde.

In Umgebungen mit begrenzten Hardwareressourcen lässt sich TrueNAS auch auf älterer Hardware einsetzen, um effektive NAS- oder iSCSI-Server aufzubauen. Das ist besonders nützlich für IT-Umgebungen, die mit Lieferengpässen kämpfen. So kann vorhandene Hardware weitergenutzt werden, ohne Abstriche bei der Speicherzuverlässigkeit machen zu müssen.

Wenn Sie als IT-Profi eine zuverlässige Speicherlösung suchen oder eine leistungsfähige Lösung für Ihre Organisation benötigen, ist TrueNAS die richtige Wahl.

Unraid verstehen

Kommen wir zum zweiten Teil dieses Vergleichs: Unraid. Unraid wurde von Lime Technology entwickelt und ist ein flexibles, benutzerfreundliches Betriebssystem zur Verwaltung von Speicher, Anwendungen und virtuellen Maschinen. Es lässt sich sowohl auf selbst gehosteten Servern als auch auf NAS-Plattformen einsetzen. Unraid funktioniert nicht nur als NAS-Gerät oder Medienserver, sondern auch als zuverlässige Virtualisierungsplattform: Es nutzt den KVM-Hypervisor, um mehrere VMs parallel zu betreiben, jede mit eigenen oder geteilten Ressourcen. Darüber hinaus unterstützt Unraid Docker für die Containerisierung. Genau wie TrueNAS kann es also sowohl VMs als auch Docker-Container ausführen und bietet damit ein breites Einsatzspektrum.

Unraid ist in drei Plänen erhältlich, die auf unterschiedliche Anforderungen zugeschnitten sind: vom Basic-Plan, der bis zu 6 Speichergeräte unterstützt, über den Unleashed-Plan bis hin zum Lifetime-Plan, die beide erweiterte Speicherkapazitäten und Funktionen bieten. Diese Abstufung macht Unraid für Heimanwender attraktiv und eignet sich gleichermaßen für kleine bis mittelständische Unternehmen, die eine umfassende Lösung für Speicherung, Virtualisierung und Anwendungsverwaltung suchen.

Wie Unraid funktioniert

Der Name Unraid ist Programm: Das Tool verwendet kein RAID. Stattdessen setzt Unraid auf ein eigenes Speicherverwaltungssystem, das sogenannte Unraid-Array. Im Gegensatz zu herkömmlichen RAID-Systemen, bei denen alle Laufwerke gleich groß und vom gleichen Typ sein müssen, können Sie bei Unraid Laufwerke unterschiedlicher Größe und Art kombinieren. Unraid verfolgt dabei einen eigenen Ansatz: "Disk-Striping ohne Striping". Jedes Datenlaufwerk im Array arbeitet unabhängig, und Dateien werden als vollständige Einheiten gespeichert - statt Daten wie bei klassischen RAID-Setups auf mehrere Laufwerke aufzuteilen. Das macht die Speichererweiterung einfach: Neues Laufwerk hinzufügen, fertig. Ein kompletter Neuaufbau des Arrays ist nicht nötig.

Unraid verwendet für Datenlaufwerke primär das XFS-Dateisystem, während Cache-Laufwerke in der Regel auf Btrfs setzen. XFS ist bekannt für seine hohe Leistung und eignet sich hervorragend für die Verarbeitung großer Datenmengen. Btrfs bietet, wie bereits erwähnt, erweiterte Funktionen wie Snapshots, Datenkomprimierung und integrierte Datenintegritätsprüfungen.

Was die Netzwerkkonfiguration betrifft, verwaltet Unraid alles über eine übersichtliche webbasierte Oberfläche. Dort lassen sich Netzwerkeinstellungen wie IP-Adressen, VLANs und Bonding-Modi direkt konfigurieren. So lässt sich Unraid problemlos in unterschiedliche Netzwerkumgebungen einbinden - sowohl für private als auch für geschäftliche Nutzer mit zuverlässiger Netzwerkleistung.

Einsatzbereiche für Unraid: Für wen eignet es sich?

Unraid ist eine vielseitige Plattform für verschiedene Nutzergruppen – von Entwicklern bis hin zu Digital-Media-Enthusiasten. Auf ihrer Website zeigt Unraid das Beispiel des Softwareunternehmens Durandal, das Unraid einsetzt, um komplexe Workloads in einer gesicherten Umgebung zu verwalten. Unraid versteht sich als geeignete Lösung für die Verarbeitung von Kontrollierte nicht klassifizierte Informationen (CUI) in diesem Fall. Die Virtualisierungsfunktionen ermöglichen Entwicklern, ihre Workflows zu optimieren und mit verschiedenen Betriebssystemen und Entwicklungsumgebungen zu arbeiten. Die erste Gruppe, die von Unraid profitieren kann, sind also Entwickler und mittelgroße Entwicklungsunternehmen.

Für Streamer bietet Unraid eine umfassende Lösung zum Erfassen, Encodieren, Re-Streamen und Archivieren von Videoinhalten. Dabei lassen sich Setups vollständig anpassen, ohne auf Drittanbieter angewiesen zu sein. Auch Gamer profitieren davon: Unraid eignet sich hervorragend zum Betreiben dedizierter Game-Server. Egal ob Counterstrike, Rust oder Valheim – mit Unraid läuft dein eigener Server. Ein selbst gehosteter Game-Server spart monatliche Hostinggebühren und gibt dir die volle Kontrolle über Performance und Konfiguration.

Die nächste Gruppe, die von Unraid profitiert, sind digitale Medienprofis – Fotografen und Videoproduzen­ten. Mit Unraid lassen sich persönliche Medienserver aufbauen. Die intuitive Bedienung und die Möglichkeit, Speicher jederzeit zu erweitern, machen es ideal für umfangreiche Medienbibliotheken. Unraid bietet zudem Datensicherung und Verschlüsselung, um wertvolle Inhalte vor Datenverlust und Diebstahl zu schützen.

Kurz gesagt ist Unraid die richtige Wahl für Entwickler, Streamer, Gamer, digitale Medienprofis sowie kleine und mittelständische Unternehmen, die eine flexible und sichere Plattform für ihre Workloads und Speicheranforderungen suchen.

Unraid vs. TrueNAS: Ein detaillierter Vergleich

Jetzt, wo du die grundlegenden Informationen und Anwendungsfälle von Unraid und TrueNAS kennst: Wie entscheidest du dich für das Richtige? Die Wahl fällt besonders schwer, weil die beiden Tools trotz vieler Gemeinsamkeiten grundlegend verschieden sind. Schauen wir uns also einen detaillierten Vergleich an, der auch die Vor- und Nachteile beider Tools beleuchtet.

Speicherverwaltung und Performance 

Natürlich müssen wir zunächst den Speicheransatz beider Systeme vergleichen. In diesem Bereich profitiert TrueNAS von den Vorteilen des ZFS-Dateisystems: automatische Datenprüfung durch Scrubbing und die Möglichkeit, Snapshots zeitgesteuert zu erstellen. ZFS macht außerdem einen Hardware-RAID-Adapter überflüssig, da es die RAID-Funktionalität über RAID-Z selbst übernimmt. Allerdings verbraucht diese Funktion viel RAM. Der größte Nachteil von ZFS zeigt sich jedoch, wenn man den Pool erweitern möchte. Beim Einrichten eines ZFS-Pools sind die getroffenen Konfigurationsentscheidungen – Anzahl der Laufwerke, deren Größe und die Gruppierung in virtuelle Geräte – weitgehend festgelegt. Wer mehr Speicherplatz benötigt, kann nicht einfach ein oder zwei Laufwerke zum bestehenden Pool hinzufügen, sondern muss oft einen vollständigen neuen Satz an Laufwerken ergänzen, der zur ursprünglichen Konfiguration passt. Der Hauptvorteil von TrueNAS liegt in seinen zuverlässigen Datenprüfungen, der Datenintegrität und der Gesamtleistung – damit eignet es sich besonders für Umgebungen, in denen Datensicherheit an erster Stelle steht.

Unraid hingegen unterstützt eine Vielzahl von Dateisystemen. Das Besondere daran: Festplatten unterschiedlicher Größe lassen sich im Array kombinieren, und neue Laufwerke können später hinzugefügt werden, ohne das Array neu aufbauen oder Konfigurationen angleichen zu müssen. Wer mit den Einschränkungen von ZFS nicht klarkommt, kann auf ein anderes Dateisystem wechseln und seinen Speicher effizienter nutzen. In diesem Punkt steht die Datenintegrität von TrueNAS gegen die etwas flexiblere Speichernutzung von Unraid. Welche Option besser passt, hängt letztlich von der eigenen Umgebung ab.

Preismodell

Ein weiterer wichtiger Vergleichspunkt zwischen diesen beiden Tools ist der Preis. TrueNAS Scale Community Edition ist kostenlos und Open-Source. Unraid hingegen ist ein kostenpflichtiges Produkt, das in drei verschiedenen Plänen erhältlich ist. Der Basisplan, der nur sechs Speichergeräte unterstützt, kostet 49 $. Die Unleashed-Lizenz kostet 149 $, und die lebenslange Lizenz kostet 249 $. Es handelt sich dabei um einmalige Kaufpreise, keine Abonnements. Allerdings beinhalten die ersten beiden Pläne OS-Updates nur für ein Jahr. Wer also weiterhin OS-Updates erhalten möchte und einen der ersten beiden Pläne gewählt hat, muss seine Lizenz jährlich neu erwerben.

Hardwareanforderungen und Installation

TrueNAS stellt klassischere Hardwareanforderungen und installiert das Betriebssystem auf einer oder mehreren Festplatten. Das macht die Installation dauerhaft und ermöglicht Redundanz. Unraid hingegen benötigt einen USB-Stick zum Installieren und Booten des Betriebssystems. Dieses Verfahren bietet keine Redundanz: Fällt der USB-Stick aus und es gibt kein Backup, verlierst du deine gesamte Konfiguration. Hinzu kommt, dass die Unraid-Lizenz an den USB-Stick gebunden ist, was eine Wiederherstellung zusätzlich erschwert. Der Installationsprozess von TrueNAS ist unkomplizierter und zuverlässiger - in dieser Kategorie hat TrueNAS klar die Nase vorn.

Benutzeroberfläche und Bedienkomfort

Beim Vergleich der Benutzeroberfläche bietet TrueNAS deutlich mehr. Es verfügt standardmäßig über einen Dark Mode mit übersichtlichem Design und unterstützt responsives Layout für mobile Geräte. Unraid hat ebenfalls ein übersichtliches Dashboard, erreicht aber nicht die gestalterische Konsistenz von TrueNAS. Responsives Design wird nicht unterstützt, und die Bedienung auf Mobilgeräten ist umständlich. Insgesamt bietet TrueNAS das durchdachtere und einheitlichere Nutzererlebnis, besonders auf mobilen Geräten.

Dateifreigabe und Virtualisierung

Sowohl TrueNAS als auch Unraid unterstützen NFS- und SMB-Dateifreigabe, aber TrueNAS hat einen Vorteil durch iSCSI-Unterstützung. Bei der Virtualisierung setzt Unraid auf KVM als Hypervisor und unterstützt Docker für Container, sodass Benutzer leichte Anwendungen neben virtuellen Maschinen ausführen können. TrueNAS SCALE nutzt ebenfalls KVM zur Virtualisierung und bietet Kubernetes-Unterstützung für Container-Orchestrierung. Wichtig zu wissen: TrueNAS CORE basiert auf FreeBSD und verwendet den Bhyve-Hypervisor für Virtualisierung. TrueNAS SCALE setzt dagegen auf KVM, was eine flexiblere Verwaltung virtueller Umgebungen ermöglicht. Ein weiterer Vorteil von TrueNAS gegenüber Unraid ist die Unterstützung für VM-Klone und Snapshots, die die Verwaltung virtueller Umgebungen deutlich vereinfachen.

In diesem ausführlichen Vergleich zwischen TrueNAS und Unraid haben wir auch die Schwächen der jeweiligen Lösung angesprochen. Der nächste Abschnitt stellt daher einige Alternativen zu TrueNAS sowie zu Unraid vor.

Gibt es eine bessere Alternative zu Unraid und TrueNAS?

Sowohl Unraid als auch TrueNAS bieten starke Funktionen, haben aber auch spürbare Nachteile. Wie im Vergleichsabschnitt erwähnt, kann die Erweiterung von TrueNAS zu echten Problemen führen. Und da Unraid sein Betriebssystem auf einem USB-Stick speichert, droht beim Ausfall dieses Sticks ein ernstes Risiko. Hinzu kommt, dass Unraid für seinen Funktionsumfang vergleichsweise teuer ist. Wer diese Punkte berücksichtigt, sollte eine Alternative in Betracht ziehen, die ähnliche Funktionen bietet und gleichzeitig diese Schwächen behebt.

TrueNAS-Alternativen

  1. OpenMediaVault
    Dieses Tool ist eine kostenlose Open-Source-Alternative zu TrueNAS und eignet sich sowohl für den Heimgebrauch als auch für kleine Unternehmen. Die Einrichtung erfordert weniger Vorplanung als TrueNAS und ist deutlich unkomplizierter. OpenMediaVault unterstützt eine Reihe von Dateisystemen, darunter ext4, XFS und Btrfs, was mehr Flexibilität bei der Speicherverwaltung bietet. Zwar reicht es nicht an den Funktionsumfang von TrueNAS SCALE heran, ist aber eine sehr gute TrueNAS SCALE-Alternative für alle, die eine einfachere Open-Source-Lösung suchen.
  2. XigmaNAS
    XigmaNAS ist eine weitere Open-Source-Alternative zu TrueNAS mit Fokus auf NAS und Virtualisierung für den Unternehmenseinsatz. Wie TrueNAS basiert es auf FreeBSD und unterstützt ZFS, bietet aber eine übersichtlichere Oberfläche und mehr Freiheit bei der Hardware-Auswahl. XigmaNAS gleicht die Komplexität von TrueNAS durch eine benutzerfreundlichere Einrichtung und einfachere Erweiterungsoptionen aus. Wer ähnliche Unternehmensfunktionen ohne die starre Struktur von TrueNAS sucht, findet in XigmaNAS eine starke Alternative.

Unraid-Alternativen

  1. Rockstor
    Rockstor ist eine Open-Source-NAS-Lösung, die auf CentOS basiert (mit laufendem Wechsel auf eine openSUSE-Basis). Es eignet sich gut für Heimanwender sowie kleine und mittelständische Unternehmen. Rockstor nutzt das Btrfs-Dateisystem, das erweiterte Funktionen wie Snapshots, Pooling und Mirroring bietet - ähnlich dem Array-Management von Unraid. Als Unraid-Alternative punktet Rockstor damit, dass man Laufwerke unterschiedlicher Größe einfach zum Speicherpool hinzufügen kann. Anders als Unraid benötigt Rockstor keinen USB-Stick für sein Betriebssystem und bietet zudem zuverlässige Datenintegritätsfunktionen. All das macht Rockstor zu einer überzeugenden kostenlosen Unraid-Alternative.
  2. SnapRAID + MergerFS
    Diese Kombination ist eine flexible Alternative zu Unraid, besonders wenn man eine anpassbare Speicherlösung benötigt. SnapRAID schützt Daten durch Snapshot-basierte Redundanz, und MergerFS fasst mehrere Festplatten zu einem gemeinsamen Speicherpool zusammen. Dieses Setup bietet ähnliche Flexibilität wie Unraid beim Mischen verschiedener Laufwerksgrößen - ohne das Risiko, das mit Unraids USB-Abhängigkeit einhergeht. Die Einrichtung ist zwar etwas aufwendiger, liefert dafür aber eine kostengünstige Lösung für Heimanwender und kleine Unternehmen.

Mit diesen Alternativen lässt sich eine Lösung finden, die besser zu den eigenen Anforderungen passt - ob man nun ein NAS für den Unternehmenseinsatz wie TrueNAS oder eine flexible, heimtaugliche Option wie Unraid sucht.

Wie schneiden Unraid und TrueNAS im Vergleich zu Proxmox ab?

Beim Vergleich von Unraid vs. Proxmox und TrueNAS vs. Proxmox ist es wichtig zu verstehen, dass alle drei Plattformen zwar starke Funktionen mitbringen, aber für unterschiedliche Anwendungsfälle im Bereich Speicher und Virtualisierung gedacht sind. Beginnen wir daher mit den typischen Einsatzszenarien jedes Tools.

Schwerpunkte und Einsatzbereiche

Proxmox ist eine Virtualisierungsplattform zur Verwaltung von VMs und Containern. Sie eignet sich besonders für Umgebungen, in denen Virtualisierung im Vordergrund steht - etwa wenn mehrere VMs für verschiedene Dienste oder Anwendungen betrieben werden. Proxmox ist kein NAS-Betriebssystem; seine Speicherfunktionen sind dem Virtualisierungsbetrieb untergeordnet. Zwar kann Proxmox Speicher über Systeme wie ZFS oder Ceph verwalten, doch erfordert dies mehr manuelle Konfiguration und ist komplexer als die nativen Speicherlösungen in TrueNAS und Unraid. TrueNAS und Unraid hingegen sind leistungsfähige NAS-Betriebssysteme, die sowohl Speicherverwaltung als auch Virtualisierung abdecken.

Virtualisierungsfunktionen

Beim Vergleich von Proxmox vs. Unraid und Proxmox vs. TrueNAS zeigen sich klare Unterschiede in der Virtualisierung. Proxmox bietet eine ausgefeiltere Virtualisierungsumgebung: Es unterstützt sowohl KVM-basierte VMs als auch LXC-Container und ermöglicht präzise Kontrolle über virtualisierte Ressourcen. Hinzu kommen Funktionen wie Live-Migration, Hochverfügbarkeit (HA) und detailliertes Ressourcen-Monitoring pro VM - wichtige Features für alle, die große oder kritische virtuelle Infrastrukturen betreiben. Proxmox erlaubt außerdem USB-Passthrough zur Laufzeit, ohne dass ein VM-Neustart erforderlich ist - eine Funktion, die TrueNAS fehlt.

TrueNAS setzt ebenfalls auf KVM für die Virtualisierung, bietet aber nicht dieselbe Tiefe an Verwaltungswerkzeugen wie Proxmox. VMs und Container lassen sich mit TrueNAS betreiben, jedoch ohne erweiterte Funktionen wie Live-Migration oder HA. Auch Unraid fehlen diese erweiterten Virtualisierungsfunktionen. Die Virtualisierungsmöglichkeiten von Unraid eignen sich daher eher für Heimanwender.

Speicherverwaltung

Im Vergleich TrueNAS vs. Proxmox hat TrueNAS bei der Speicherverwaltung klar die Nase vorn - als etabliertes NAS-Betriebssystem ist das kaum überraschend. Proxmox bietet zwar ebenfalls Speicherfunktionen, diese sind jedoch weniger benutzerfreundlich und weniger intuitiv. Es unterstützt ZFS und Ceph für verteilten Speicher, aber die Einrichtung und Verwaltung dieser Systeme erfordert mehr technisches Wissen und Aufwand. Ceph zum Beispiel ist leistungsfähig und skalierbar, hat aber eine steile Lernkurve und eignet sich nicht für kleinere Setups. Die Speicherverwaltung von Unraid wiederum ist flexibler als die von TrueNAS und Proxmox.

Grundsätzlich hängt die Wahl zwischen Unraid vs. Proxmox und TrueNAS vs. Proxmox von den eigenen Anforderungen ab:

  • Wählen Sie Proxmox wenn man eine leistungsfähige und flexible Virtualisierungsplattform mit umfangreichen Verwaltungsfunktionen für VMs und Container benötigt und Speicher nicht im Vordergrund steht.
  • Wählen Sie TrueNAS wenn der Schwerpunkt auf einem NAS für den Unternehmenseinsatz mit erstklassigem Datenschutz und professioneller Speicherverwaltung liegt - mit grundlegenden Virtualisierungsfunktionen als Bonus.
  • Wählen Sie Unraid wenn man eine einfach zu bedienende, flexible Speicherlösung benötigt, die auch leichte Virtualisierungsaufgaben bewältigt - besonders im Heimbereich oder in kleinen Unternehmen.

Fazit

Dieser Blogbeitrag hat einen umfassenden Vergleich zwischen Unraid und TrueNAS SCALE geliefert und auch einen kompakten Vergleich von Unraid vs. Proxmox und TrueNAS vs. Proxmox eingeschlossen. Die Wahl zwischen TrueNAS, Unraid und Proxmox hängt von den eigenen Anforderungen ab. Wir hoffen, dass dieser Leitfaden bei der Entscheidungsfindung hilft.

Häufig gestellte Fragen

Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Unraid und Proxmox?

Unraid ist eine NAS-Lösung mit grundlegenden Virtualisierungsfunktionen, deren Stärke in der flexiblen Speicherverwaltung liegt. Proxmox hingegen ist eine leistungsfähige Virtualisierungsplattform mit erweiterter Verwaltung von VMs und Containern. Wer auf Virtualisierung angewiesen ist, wählt Proxmox - wer flexible Speicherverwaltung braucht, greift zu Unraid.

Was eignet sich besser für die Datenspeicherung: TrueNAS oder Proxmox?

TrueNAS ist für die Datenspeicherung besser geeignet, da es das ZFS-Dateisystem nutzt. Proxmox kann zwar Speicher verwalten, seine Stärke liegt aber in der Virtualisierung und nicht in einer dedizierten Speicherlösung. Für den Einsatz im Unternehmensbereich ist TrueNAS die bessere Wahl.

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