Wenn es darum geht, einen anderen Computer aus der Ferne zu steuern, ist die RDP-Technologie von Microsoft zweifellos die erste Wahl. In den letzten Jahren hat Google im Rahmen des Google-Ökosystems jedoch Chrome Remote Desktop eingeführt. Diese Technologie ermöglicht den direkten Fernzugriff auf einen anderen Computer, vollständig im Browser, ohne zusätzliche Apps oder Microsofts Remotedesktopprotokoll. Was zunächst wie eine naheliegende Erweiterung des täglichen Browser-Erlebnisses wirkte, sorgt inzwischen für wachsende Bedenken rund um Chrome Remote Desktop.
Die Aufnahme war bestenfalls verhalten, und viele Nutzer berichten von Sicherheitsproblemen und anderen unerwünschten Schwierigkeiten beim Einsatz von Chrome Remote Desktop. Das ist so verbreitet, dass bei einer Google-Suche nach CRD einer der ersten Treffer die Frage behandelt, ob es sich um einen Virus handelt oder nicht. Bemerkenswert ist, dass der Basiscode und das Protokoll von CRD eigenständig sind und sich vom ursprünglichen Microsoft-Code für RDP unterscheiden. Diese Tatsache, zusammen mit der gemischten Resonanz und dem vergleichsweise langsamen Entwicklungstempo, hat Spekulationen ausgelöst, ob CRD überhaupt seinen Zweck erfüllt. In diesem Artikel analysieren wir die Leistung von CRD, seine Nachteile und möglichen Sicherheitsrisiken, und ziehen am Ende ein Fazit, ob es der richtige Remote-Desktop-Dienst für Sie ist.
- Nah und doch fern: Was sind RDP und CRD?
- Chrome Remote Desktop: Lohnt es sich?
- Die App im Überblick: Nachteile von Chrome Remote Desktop
- Vorsicht geboten: Sicherheitsrisiken bei Chrome Remote Desktop
- Unter Beobachtung: Lässt sich eine Chrome Remote Desktop-Sitzung überwachen?
- Fazit: Sollten Sie Chrome Remote Desktop verwenden?
- Fazit
- Häufig gestellte Fragen
Nah und doch fern: Was sind RDP und CRD?
Hier vergleichen wir RDP, ein bewährtes Fernzugriffsprotokoll, mit Chrome Remote Desktop, einer Anwendung mit eigenem Protokoll. Bei einer Remotedesktopverbindung greift der Nutzer über seinen lokalen Computer auf einen anderen Computer zu, der sich an einem anderen Ort befindet. Beide, RDP und CRD, ermöglichen genau das. RDP existiert seit über zwei Jahrzehnten und diente als Grundlage für viele verschiedene Remotedesktoplösungen. CRD hingegen ist deutlich jünger und nutzt ein eigenes Protokoll, das von Google entwickelt wurde.
Auch interessant: Vollständige Anleitung zu Google Chrome Remote Desktop
Chrome Remote Desktop wurde 2018 zunächst als Erweiterung für Chrome veröffentlicht. Da die Leistung als Erweiterung jedoch unzuverlässig war, überarbeitete Google das Projekt und stellte CRD als eigenständigen Dienst auf einer separaten Website bereit. Seitdem hat sich die Akzeptanz von CRD stetig verbessert. Dennoch gibt es Kritiker, die Google vorwerfen, Remotedesktop als kostenlosen Dienst so leicht zugänglich gemacht zu haben, dass er auch von Angreifern ausgenutzt werden könnte. Insgesamt zeigt CRD eine klare Ausrichtung: Remotedesktop soll für jeden zugänglich und ein fester Bestandteil des alltäglichen Computernutzens werden.
Chrome Remote Desktop: Lohnt es sich?
Die meisten Nutzer sind sich einig: Chrome Remote Desktop ist ein unkomplizierter und schneller Dienst, dessen Vorteile deutlich überwiegen. Die Einrichtung ist denkbar einfach, kostenlos und erfordert lediglich zwei Computer mit installiertem Chrome-Browser. Auch Geschwindigkeit und Latenz werden von Nutzern regelmäßig gelobt. Die Benutzeroberfläche ist, wie man es von einem Google-Produkt erwartet, durchdacht und aufgeräumt. Was die reine Leistung betrifft, kann CRD vielen etablierteren Lösungen durchaus das Wasser reichen.
Trotz dieser Stärken ist Google auf dem Remotedesktop-Markt noch ein Neuling. Das zeigt sich in einigen Bereichen: Es gibt beispielsweise keine integrierte Chat-Funktion. Noch besorgniserregender ist jedoch das Sicherheitsrisiko von Chrome Remote Desktop. Ein Programm kann noch so viele Funktionen und eine noch so gute Leistung bieten - schon eine geringe Sicherheitslücke kann alles zunichte machen. Chrome Remote Desktop hat in der Vergangenheit potenzielle Sicherheitsschwächen gezeigt. Auch das Fehlen bestimmter Funktionen fällt ins Gewicht.
Die App im Überblick: Nachteile von Chrome Remote Desktop
Schauen wir uns Chrome Remote Desktop und seine möglichen Nachteile genauer an. Diese beschränken sich keineswegs nur auf die bereits erwähnten Sicherheitsprobleme, auf die wir weiter unten im Artikel noch eingehen. In diesem Abschnitt gehen wir kurz auf die wichtigsten funktionalen Nachteile von Chrome Remote Desktop ein.
Keine Dateiübertragung
Ein wesentlicher Nachteil von Chrome Remote Desktop gegenüber anderen großen Remotedesktop-Anbietern ist die fehlende Möglichkeit, Dateien zwischen den beiden verbundenen Systemen zu übertragen. Viele Nutzer verwenden Remotedesktoplösungen im beruflichen Umfeld, wo der Dateiaustausch zwischen zwei Systemen häufig notwendig ist. Während Nutzer in Programmen wie TeamViewer und AnyDeskDateien problemlos teilen konnten, müssen Chrome-Remote-Desktop-Nutzer auf Drittanbieter-Apps zurückgreifen, um Dateien zu übertragen. Das ist ein erheblicher Schwachpunkt von Chrome Remote Desktop und überrascht von einem Unternehmen von Google's Kaliber.
Keine Mehrfachsitzungen
Mit Chrome Remote Desktop ist man dauerhaft auf eine einzige Remotedesktopsitzung gleichzeitig beschränkt. Eine Mehrfachsitzung ist nicht möglich. AnyDesk bietet diese Funktion kostenlos an, TeamViewer gegen eine monatliche Gebühr. Google stellt diese Funktion nicht einmal gegen Aufpreis bereit, und es ist fraglich, ob überhaupt entsprechende Unterstützung dafür vorhanden ist. Das ist eine erhebliche Einschränkung für Entwickler und Unternehmen, die mehrere Remotedesktopsitzungen gleichzeitig benötigen. Damit bleibt Chrome Remote Desktop klar im Anfängerbereich.
Kein Multi-Monitor-Support
Das ist wirklich schwer nachvollziehbar, denn Multi-Monitor-Unterstützung ist bei nahezu allen anderen Remotedesktoplösungen Standard. Mehrere Bildschirme gleichzeitig zu nutzen ist für viele Berufstätige längst selbstverständlich. Dass Google diese Funktion nicht unterstützt, ist enttäuschend. Nutzer mit mehreren Monitoren müssen bei Bedarf manuell zwischen den Bildschirmen wechseln. Wer auf mehrere Monitore angewiesen ist und einen Remotezugang benötigt, muss auf andere Lösungen ausweichen - zumindest solange, bis Google die Multi-Monitor-Unterstützung in einem zukünftigen Update nachliefert.
Kein Chat
Dateiübertragung und Mehrfachsitzungen sind technisch anspruchsvolle Funktionen. Hier könnte man Google noch Verständnis entgegenbringen. Aber ich kann schlicht nicht verstehen, warum Google für einen Dienst, der in vielen, wenn nicht den meisten Anwendungsfällen direkte Kommunikation erfordert, nicht einmal einen einfachen integrierten Chat bereitgestellt hat. Viele Techniker nutzen Remotedesktoplösungen, um Softwareprobleme bei Kunden aus der Ferne zu beheben. Viele Projekte laufen über Remotedesktopplattformen. Chrome Remote Desktop lässt diese Nutzer ohne die grundlegendste Kommunikationsmöglichkeit im Stich: einen einfachen Textchat.
Vorsicht geboten: Sicherheitsrisiken bei Chrome Remote Desktop
Die Sicherheitsrisiken von Chrome Remote Desktop lassen sich in zwei Hauptkategorien unterteilen. Erstens gibt es die systemimmanenten Schwachstellen, unter denen viele Remotedesktoplösungen leiden. Bei Chrome Remote Desktop fallen diese jedoch aus Gründen, auf die wir gleich eingehen, stärker ins Gewicht. Das zweite Hauptrisiko ist die mangelnde Kompatibilität mit Firewalls. Für beide Probleme gibt es Workarounds, wenn man wirklich auf Chrome Remote Desktop angewiesen ist. Es gibt jedoch auch Alternativen, bei denen diese Probleme bereits von Haus aus gelöst sind.
Angriffsvektoren und strukturelle Schwachstellen
Die deutlichste systemimmanente Schwachstelle von Chrome Remote Desktop ist, dass die gesamte Sicherheit des eigenen Computers - oder sogar einer ganzen Organisation - von einem einzigen Google-Kontopasswort abhängt. Eine einfache Chrome-Remote-Desktop-Verbindung ist ausschließlich durch dieses Passwort geschützt. Angreifer nutzen häufig Methoden wie Man-in-the-Middle-Angriffe, DDoS und Credential Harvesting, um Remotedesktopsitzungen zu kompromittieren.
Lösungen wie TeamViewer setzen auf Einmalcodes, die nur für eine einzelne Sitzung gültig sind. Eine vergleichbare Sicherheitsfunktion gibt es bei Chrome Remote Desktop nicht. Stattdessen sollte man darauf achten, ein langes und sicheres Passwort zu verwenden, und in jedem Fall die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren - sie ist in diesem Zusammenhang unverzichtbar.
Chrome Remote Desktop hinter einer Firewall
Drittanbieter-Firewalls sind für viele Nutzer weltweit das wichtigste Mittel zum Schutz ihrer Online-Aktivitäten. Auch wenn Betriebssystemhersteller ihre eingebauten Sicherheitsmechanismen kontinuierlich verbessert haben, sind externe Firewalls nach wie vor weit verbreitet. Wer also Remotedesktop täglich als Sicherheitsrisiko einstuft und versucht, es mit einer Firewall abzusichern - sollte das funktionieren? Leider nein. Chrome Remote Desktop ist dafür bekannt, mit vielen Firewalls Probleme zu verursachen. Microsofts RDP hingegen berücksichtigt Firewall-Einschränkungen automatisch und passt die Konfiguration entsprechend an, um Verbindungsprobleme zu vermeiden.
Als Workaround können in den Firewall-Einstellungen Ausnahmen für die Ports von Chrome Remote Desktop erstellt werden. Standardmäßig wird HTTPS-Datenverkehr über TCP-Port 443 übertragen. Für diesen Port muss eine Ausnahme eingerichtet werden. Danach kann Chrome Remote Desktop auch bei aktiver Firewall genutzt werden. Es ist jedoch aufwendig, nur um ein grundlegendes Programm verwenden zu können.
Unter Beobachtung: Lässt sich eine Chrome Remote Desktop-Sitzung überwachen?
Viele Menschen machen sich heutzutage Gedanken darüber, ob ihre Online-Aktivitäten überwacht werden. Cookies und zielgerichtete Werbung werden zwar zunehmend akzeptiert, aber Online-Überwachung wird jedes Jahr zu einem greifbareren Problem. Remotedesktop ist - wie bereits erwähnt - von Natur aus anfällig für unerwünschte Zugriffe. Viele Nutzer fragen sich, ob sie beim Verwenden von Remotedesktoplösungen überwacht werden. Es gibt dabei zwei Arten der Online-Überwachung, die wir hier betrachten.
Überwachung durch Administratoren
In vielen Unternehmen werden die Online-Aktivitäten der Mitarbeiter auf Firmengeräten vom Arbeitgeber überwacht. Das ist vertraglich vereinbart und in vielen Ländern rechtlich zulässig. Da die Rechner in solchen Unternehmen in der Regel über einen Server mit einem Administratorkonto verbunden sind, lautet die Antwort auf unsere Frage: Ja. Hat der Arbeitgeber Administratorzugriff auf den Arbeitsplatzrechner, kann er eine Remotedesktopsitzung ohne Weiteres einsehen und überwachen. Aber was ist mit der Überwachung durch Drittanbieterwebsites?
Überwachung durch Dritte
Die andere Form der Online-Überwachung ist der Einsatz von Skripten und Code durch Websites, um festzustellen, ob bestimmte Dienste oder Apps verwendet werden. Viele Websites, die VPN-Dienste nicht erlauben, erkennen beispielsweise Nutzer, die über einen VPN zugreifen, und verweigern ihnen den Zugang. Im Fall von Remotedesktop stellt dies für die meisten Drittanbieterwebsites kein relevantes Sicherheitsproblem dar, weshalb sie sich gar nicht erst die Mühe machen. Und selbst wenn sie es täten - was aufwendige Programmierung erfordern würde - wären nur verschlüsselte Daten sichtbar. Google ist zugutezuhalten, dass die Verschlüsselung in Chrome Remote Desktop durchgehend konsistent geblieben ist.
Fazit: Sollten Sie Chrome Remote Desktop verwenden?
Abschließend lässt sich festhalten, für wen Chrome Remote Desktop am besten geeignet ist. Im Kern ist es eine einfache, zugängliche Remotedesktoplösung, die grundlegende Anforderungen erfüllt. Wer lediglich eine einfache Remotedesktopverbindung ohne Chat oder Dateiübertragung benötigt, ist mit Chrome Remote Desktop gut bedient. Sobald man jedoch mehr erwartet, stößt man schnell an die Grenzen: kein Chat, keine Multi-Monitor-Unterstützung, keine Mehrfachsitzungen, keine Dateiübertragung.
Chrome Remote Desktop ist schlicht nicht für die Anforderungen größerer Unternehmen ausgelegt, die einige oder alle der genannten Funktionen benötigen. Hinzu kommen die erwähnten Firewall-Probleme und die dringende Empfehlung, die Zwei-Faktor-Authentifizierung für das Google-Konto zu aktivieren. Wer in diese Kategorie fällt, sollte besser auf Alternativen wie AnyDesk oder die kostenpflichtigen Tarife von TeamViewer zurückgreifen. Auch das integrierte Microsoft RDP lässt sich mit unserer Anleitung nutzen. hier.
Fazit
Chrome Remote Desktop bietet einen einfachen und zugänglichen Einstieg in die Welt der Remotedesktops. Dafür werden viele Funktionen geopfert, während der Fokus klar auf der Remoteverbindung selbst liegt - für den alltäglichen Bedarf. Für eine umfangreichere Nutzung haben wir bereits Alternativen wie TeamViewer und AnyDesk erwähnt.
Eine weitere Möglichkeit sind Online-Anbieter, die eine optimierte All-in-one-Lösung bereitstellen. Diese Dienste bieten in der Regel die meisten Anpassungsmöglichkeiten aller Remotedesktop-Anbieter und ermöglichen den Einsatz verschiedener Plattformen je nach Bedarf. Cloudzy bietet eigene RDP-Dienste zu einem wettbewerbsfähigen Preis an. Enthalten sind mehr als 12 Serverstandorte weltweit, Cloud-Unterstützung, dedizierte Ressourcen, geringe Latenz, 24/7-Kundensupport und eine Verfügbarkeit von 99,95 %. Dazu gibt es eine 7-tägige Geld-zurück-Garantie ohne Wenn und Aber.
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RDP-Server holenHäufig gestellte Fragen
Ist Chrome Remote Desktop sicher?
Grundsätzlich ja. Im Vergleich mit anderen RDP-Diensten wie dem RDP von Microsoft oder Drittanbietern wie TeamViewer und AnyDesk schneidet Chrome Remote Desktop jedoch eher schlecht ab. Das Sicherheitsrisiko lässt sich durch Zwei-Faktor-Authentifizierung und ein starkes Passwort deutlich reduzieren.
Sollte ich Chrome Remote Desktop in einem öffentlichen WLAN verwenden?
Nein. Selbst mit Zwei-Faktor-Authentifizierung und einem starken Passwort ist es keine gute Idee, einen Computer über eine Remote-Desktop-Verbindung in einem öffentlichen WLAN zugänglich zu machen. Nutzen Sie es nicht am Arbeitsplatz oder in öffentlichen WLAN-Hotspots wie Restaurants und Cafés, um Ihre Daten zu schützen.
Welche Plattformen unterstützt Chrome Remote Desktop?
Chrome Remote Desktop unterstützt derzeit eine Reihe von Betriebssystemen. Alle Plattformen werden plattformübergreifend unterstützt, und Sie können jede davon verwenden, um ein Gerät mit einem anderen Betriebssystem zu steuern. Aktuell werden Microsoft Windows, MAC OS, Android, iOS und Chrome OS unterstützt. Linux-Nutzer haben derzeit Zugriff auf die Beta-Version.